Start Tumortherapien Darmkrebs: Risikofaktoren, Früherkennung und Vorsorge – Was Sie jetzt wissen sollten

Darmkrebs: Risikofaktoren, Früherkennung und Vorsorge – Was Sie jetzt wissen sollten

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Darmkrebs: Eine stille Bedrohung mit wachsender Relevanz – und wie man ihr begegnen kann
Darmkrebs gehört zu den häufigsten und tödlichsten Krebsarten in den USA – bei Männern ist er die dritthäufigste, bei Frauen die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache. Laut der American Cancer Society werden allein dieses Jahr über 150.000 neue Fälle erwartet, und mehr als 52.000 Menschen werden daran sterben. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, liegt bei Männern bei etwa 1 zu 24, bei Frauen bei 1 zu 26.

Was genau ist Darmkrebs?
Darmkrebs umfasst zwei Hauptformen: Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und Enddarmkrebs (Rektumkarzinom). Beide Formen zusammen werden medizinisch als „kolorektales Karzinom“ bezeichnet. Zwar werden die Begriffe im Alltag oft synonym verwendet, doch medizinisch gesehen ist der Dickdarmkrebs nur ein Teil davon.

Diese Risikofaktoren spielen eine Rolle
Wie bei vielen Krankheiten gibt es auch beim Darmkrebs zwei Arten von Risikofaktoren: veränderbare Lebensstilfaktoren und solche, die genetisch oder krankheitsbedingt sind.

Zu den beeinflussbaren Faktoren zählen:
– Übergewicht oder Adipositas
– Diabetes
– Rauchen
– Alkoholmissbrauch
– Ernährung mit viel rotem oder verarbeitetem Fleisch

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind z. B.:
– Genetische Syndrome wie das Lynch-Syndrom
– Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
– Frühere Bestrahlung im Becken- oder Bauchbereich
– Eine familiäre Vorbelastung durch Darmkrebs in der direkten Linie
Ein bedeutender Faktor ist zudem das Alter: Darmkrebs tritt vermehrt ab dem 50. Lebensjahr auf – doch mittlerweile steigt die Zahl der Erkrankungen bei jüngeren Menschen rasant an. Prognosen gehen davon aus, dass Darmkrebs bis 2030 sogar die häufigste Krebstodesursache bei 20- bis 49-Jährigen werden könnte.

Warum erkranken immer mehr junge Menschen?
Die Ursachen für diesen Anstieg sind nicht vollständig geklärt, aber wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
Zunehmende Fettleibigkeit, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Umwelteinflüsse, etwa Schadstoffe in Wasser, Boden oder Nahrung, könnten allesamt zum Anstieg beitragen.

Behandlungsmöglichkeiten: Was passiert nach der Diagnose?
Die Therapie richtet sich nach dem Stadium des Tumors und dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Meist wird operiert, je nach Ausbreitung können aber auch Strahlentherapie, Chemotherapie oder moderne Immuntherapien eingesetzt werden.

Wie bei fast allen Krebserkrankungen gilt auch hier: Je früher entdeckt, desto besser die Heilungschancen. Deshalb ist die Vorsorge so essenziell.

Wann sollte man mit der Vorsorge beginnen – und wie?
Seit 2021 empfiehlt die US Preventive Services Task Force, dass alle Erwachsenen zwischen 45 und 75 Jahren regelmäßig zur Darmkrebsvorsorge gehen sollten. Zuvor lag das empfohlene Einstiegsalter bei 50. Zwischen 76 und 85 Jahren sollte individuell mit dem Arzt oder der Ärztin entschieden werden, danach wird von einer weiteren Vorsorge abgeraten.

Es gibt mehrere Testmethoden:
– Koloskopie (Darmspiegelung): alle 10 Jahre empfohlen, ermöglicht direkte Entfernung von Polypen.
– Sigmoidoskopie: weniger invasiv, aber auch weniger umfassend.
– CT-Kolonografie (virtuelle Koloskopie): bildgebendes Verfahren, alle 5 Jahre empfohlen.
– Stuhltests: werden zu Hause gemacht, analysieren Blut oder DNA-Spuren. Sollten alle 1–3 Jahre erfolgen.
– Bluttest (neu seit 2024): ähnlich zuverlässig wie Stuhltests, besonders hilfreich für Menschen, die sonst keine Vorsorge wahrnehmen würden.
Falls bei nicht-invasiven Tests Auffälligkeiten auftreten, wird in der Regel eine Koloskopie zur Abklärung empfohlen.

Wer sollte früher mit der Vorsorge starten?
Die Standardempfehlung gilt für Menschen mit durchschnittlichem Risiko. Wer ein erhöhtes Risiko hat, sollte schon früher und häufiger kontrolliert werden. Dazu gehören:
– Personen mit genetischen Vorbelastungen
– Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen
– Personen mit familiärer Vorgeschichte von Darmkrebs oder Polypen
In solchen Fällen sollte frühzeitig ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt erfolgen.

Was kann man selbst tun, um das Risiko zu senken?
Die beste Maßnahme ist eine Kombination aus früher Vorsorge und gesunder Lebensweise. Dr. Leana Wen empfiehlt:
– Mindestens einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt gehen
– Nicht rauchen und Alkoholkonsum reduzieren
– Übergewicht abbauen
– Mehr Bewegung in den Alltag integrieren
– Ernährung umstellen: Weniger rotes und verarbeitetes Fleisch, mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Ballaststoffe
Jede noch so kleine Veränderung im Alltag kann langfristig einen Unterschied machen.

Fazit: Früherkennung kann Leben retten
Darmkrebs ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die immer mehr Menschen betrifft – und das zunehmend auch in jungen Jahren. Umso wichtiger ist es, über Risiken, Symptome und Vorsorgemöglichkeiten Bescheid zu wissen. Denn wer rechtzeitig handelt, hat die besten Chancen auf ein gesundes Leben.

Informationsquelle: who . int