Start Frauengesundheit Starke Menstruationsblutungen und Erschöpfung: Ursachen Symptome Behandlung in den Wechseljahren

Starke Menstruationsblutungen und Erschöpfung: Ursachen Symptome Behandlung in den Wechseljahren

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Schwere Menstruationsblutungen und Erschöpfung: Ein oft übersehenes Symptom der Menopause

Rund 33 % der Frauen, die sich in der Übergangsphase zur Menopause befinden, erleben schwere oder langanhaltende Menstruationsblutungen. Obwohl dieses Symptom weit verbreitet ist, wird es oft nicht ernst genommen – sowohl von Betroffenen als auch von der Wissenschaft. Eine neue Studie zeigt nun, dass Frauen mit starken und verlängerten Blutungen häufiger unter Erschöpfung und Müdigkeit leiden.

Was sind abnormale Uterusblutungen?

Abnormale Uterusblutungen sind definiert als übermäßig starke, lang anhaltende oder zu häufige Blutungen, die während oder zwischen den Menstruationszyklen auftreten. Dies kann bedeuten:
✔ Extrem starke Blutungen, bei denen Frauen ihre Hygieneprodukte jede ein bis zwei Stunden wechseln müssen
✔ Eine verlängerte Menstruation, die länger als acht Tage dauert
✔ Starke Menstruation über mehrere Tage, mit extremem Blutverlust

Trotz der erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität gibt es bisher nur wenige Studien, die untersuchen, wie sich diese Blutungen auf andere Symptome der Perimenopause – die Jahre vor der Menopause – auswirken.

Warum wird die Perimenopause so wenig erforscht?

Laut Dr. Siobán Harlow, Epidemiologin und Hauptautorin der Studie, bleibt die Menstruation – besonders im Kontext der Menopause – ein tabuisiertes Thema.

„Es gibt viel zu wenig Dialog über Menstruationsveränderungen in den Wechseljahren. Viele Frauen wissen daher nicht, was normal ist und wann sie einen Arzt aufsuchen sollten.“

Während die Menopause, also das endgültige Ausbleiben der Menstruation nach zwölf Monaten, gut erforscht ist, bleibt die Perimenopause – die Phase der hormonellen Schwankungen drei bis zehn Jahre vorher – oft unerforscht.

Wie hängen starke Blutungen und Erschöpfung zusammen?

Die Studie zeigt, dass Frauen, die innerhalb von sechs Monaten mindestens drei Episoden schwerer oder langanhaltender Menstruationsblutungen hatten, deutlich häufiger über Müdigkeit und Energielosigkeit klagen.

Eine mögliche Ursache ist Eisenmangel oder Eisenmangelanämie. Der Körper verliert durch starke Blutungen zu viele rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind. Das kann zu:
✔ Müdigkeit und Abgeschlagenheit
✔ Konzentrationsproblemen
✔ Blasser Haut und Kopfschmerzen

Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte bereits, dass Eisenmangel besonders häufig mit starker Menstruation zusammenhängt – doch konkrete Daten zu diesem Zusammenhang fehlen noch.

Problem: Viele Frauen mit Eisenmangel sind nicht anämisch, haben aber trotzdem Symptome!

Laut Dr. Stephanie Faubion, Direktorin der Menopause Society, sind aber nicht nur Eisenmangel und Anämie die Ursachen für Erschöpfung:

Schlafstörungen durch starke Blutungen

Frauen, die nachts mehrfach aufstehen müssen, um Hygieneprodukte zu wechseln, schlafen schlechter. Schlafmangel verstärkt Erschöpfung zusätzlich.

Restless-Legs-Syndrom durch Eisenmangel

Ein weiterer Faktor: Eisenmangel kann das Restless-Legs-Syndrom auslösen, eine Schlafstörung, bei der sich in den Beinen ein unangenehmes Kribbeln oder Zucken bemerkbar macht.

Lösung: Ärzte sollten bei Frauen mit Müdigkeit immer nach starken Blutungen fragen und Eisenmangel testen!

Früherkennung: Worauf Frauen achten sollten

Frauen, die sich in der Perimenopause befinden, sollten ihre Menstruation genau beobachten. Wichtige Fragen sind:
✔ Wie lange dauert die Periode?
✔ Ist die Blutung stärker als früher?
✔ Muss ich Hygieneprodukte öfter wechseln?

Das Dokumentieren von Symptomen kann helfen, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Wie lassen sich starke Blutungen und Erschöpfung behandeln?
Wenn Eisenmangel oder Anämie nachgewiesen werden, ist es entscheidend, den Blutverlust zu reduzieren und den Eisenhaushalt auszugleichen.

1. Eisenmangel behandeln

– Eisenpräparate: Hochdosierte Tabletten können helfen, den Eisenspiegel wieder aufzubauen.
– Eisenreiche Ernährung: Lebensmittel wie rotes Fleisch, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse enthalten viel Eisen.

2. Blutungen reduzieren

– Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Naproxen können die Blutungsmenge um bis zu 30 % senken.
– Hormonelle Verhütungsmittel, wie die Antibabypille, regulieren den Zyklus und verringern die Blutung.
– Hormonspiralen (IUPs) sind besonders wirksam und können die Blutung um bis zu 98 % reduzieren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Abnormale Blutungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden!

In seltenen Fällen können starke Blutungen auch ein Warnzeichen für ernsthafte Erkrankungen wie Gebärmutterkrebs oder Myome sein.

Symptome, bei denen ein Arztbesuch dringend notwendig ist:

✔ Sehr starke oder verlängerte Blutungen über mehrere Monate hinweg
✔ Plötzliche, unregelmäßige Blutungen nach 45 Jahren
✔ Blutungen nach der Menopause

Fazit: Warum Frauen ihre Menstruation ernst nehmen sollten
Starke und verlängerte Menstruationsblutungen sind nicht nur eine Unannehmlichkeit – sie können erhebliche gesundheitliche Folgen haben.

Wichtige Erkenntnisse aus der Studie:

✔ Frauen mit starken Blutungen sind häufiger erschöpft und müde
✔ Eisenmangel kann eine Ursache sein, aber auch Schlafstörungen und hormonelle Schwankungen spielen eine Rolle
Gesundheitsdienstleister sollten verstärkt nach abnormalen Blutungen fragen und Eisenwerte kontrollieren

Was können Frauen tun?

✔ Menstruationsmuster dokumentieren
✔ Auf Anzeichen von Eisenmangel achten (Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, blasse Haut)
✔ Bei anhaltender Erschöpfung ärztlichen Rat einholen
✔ Gezielte Behandlung zur Blutungsreduktion und Eisenmangel-Therapie erwägen

📌 Die Menopause ist eine Zeit der Veränderung – aber mit dem richtigen Wissen und den passenden Maßnahmen können Frauen ihre Gesundheit aktiv schützen und sich in dieser Lebensphase wohlfühlen.

Informationsquelle: who . int