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Studie warnt: Vogelgrippe-Virus überlebt monatelang in Rohmilchkäse – Gesundheitsrisiko bestätigt

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Neue Studie: Rohmilchkäse kann monatelang infektiöses Vogelgrippe-Virus enthalten

Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Cornell University, die von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) finanziert wurde, zeigt, dass roher Käse, der mit Milch von mit Vogelgrippe infizierten Milchkühen hergestellt wurde, das Virus über Monate hinweg enthalten kann. Dies stellt potenziell ein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.

Roher Käse wird aus unpasteurisierter Milch hergestellt, die nicht wärmebehandelt wurde, um Krankheitserreger abzutöten. Obwohl der Verkauf von Rohmilch über Staatsgrenzen hinweg in den USA verboten ist, darf Rohmilchkäse verkauft werden, sofern er mindestens 60 Tage gereift ist. Diese seit 1949 geltende Vorschrift beruht auf der Annahme, dass während der Reifung natürliche Säuren und Enzyme Krankheitserreger abtöten.

Die neue Studie zeigt jedoch, dass dieser Reifungsprozess das H5N1-Virus nicht zuverlässig inaktiviert und dass der Konsum roher oder unzureichend gekochter Lebensmittel während des aktuellen Vogelgrippe-Ausbruchs ein Risiko darstellen könnte.

Warum überlebt das Virus so lange in Rohmilchkäse?

Dr. Diego Diel, Studienleiter und Virologe an der Cornell University, vermutet, dass das Virus in Milch und Käse deshalb so lange stabil bleibt, weil es durch die enthaltenen Proteine und Fette geschützt wird.

„Die Protein- und Fettstruktur in Milch und Käse bietet eine Umgebung, in der das Virus bei Kühlschranktemperaturen überleben kann.“ – Dr. Diego Diel

Bereits in einer früheren Studie hatte Diels Forschungsteam festgestellt, dass das H5N1-Virus in gekühlter Rohmilch bis zu acht Wochen lang infektiös bleibt. Diese neuen Erkenntnisse erweitern das Wissen über die Langlebigkeit des Erregers in Milchprodukten.

Widersprüchliche Aussagen zur Vogelgrippe in Lebensmitteln
Robert F. Kennedy Jr., US-Gesundheitsminister, hatte kürzlich erklärt, dass Lebensmittel kein Risiko für eine Vogelgrippe-Infektion darstellen.

„Die Krankheit wird nicht durch Lebensmittel übertragen. Man kann sie – soweit wir wissen – nicht durch Eier, Milch oder Fleisch von infizierten Tieren bekommen.“ – Robert F. Kennedy Jr.

Diese Aussage ist jedoch nur teilweise korrekt. Tiere wie Katzen haben sich nachweislich durch den Konsum von roher Kuhmilch infiziert, und es gab mindestens drei bestätigte menschliche Infektionen, bei denen die Übertragungsquelle unklar war.

Bislang gibt es keine Berichte über Menschen, die sich durch den Verzehr von mit Vogelgrippe kontaminierten Lebensmitteln infiziert haben. Dairy-Arbeiter haben sich jedoch nachweislich infiziert, indem rohe Milch in ihr Gesicht oder ihre Augen spritzte.

Ist der Verzehr von Rohmilchkäse gefährlich?

Es ist unklar, ob Menschen durch den Verzehr von Rohmilchkäse infiziert werden können. Laut Dr. Diego Diel ist das Risiko zwar vorhanden, aber abhängig von der Viruslast in den Lebensmitteln:

„Es hängt davon ab, wie viel von dem kontaminierten Produkt aufgenommen wird. Ich denke, dass eine Infektion möglich ist.“ – Dr. Diego Diel

Ein weiteres Risiko ist, dass neue Virusvarianten gefährlicher sein könnten. Die getestete H5N1-Variante B3.13, die 2024 erstmals in US-Rindern nachgewiesen wurde, hat bisher nur milde Erkrankungen beim Menschen verursacht. Eine neuere Variante, D1.1, wurde jedoch ebenfalls in Milchkühen nachgewiesen und ist mit schwereren Krankheitsverläufen beim Menschen verbunden.

Wie lange bleibt das H5N1-Virus in Käse aktiv?

Für die Studie stellten die Forscher Mini-Käse aus Milch her, die absichtlich mit H5N1-Virus versetzt wurde. Die Käse wurden mit drei unterschiedlichen pH-Werten produziert:
✔ pH 6,6
✔ pH 5,8
✔ pH 5,0 (am sauersten)

Anschließend untersuchten sie, ob das Virus während des Reifungsprozesses überlebte. Die Ergebnisse waren alarmierend:
📌 Das Virus blieb in den Käsen mit pH 6,6 und 5,8 für die vollen zwei Monate der Reifung infektiös.
📌 Nur der am stärksten säurehaltige Käse mit pH 5,0 zeigte keine Anzeichen mehr von lebendem Virus.

Diese Ergebnisse wurden durch echte Rohmilchkäseproben bestätigt, die unwissentlich aus mit H5N1-kontaminierter Milch hergestellt wurden. Auch hier blieb das Virus während der gesamten Reifungszeit stabil.

Die Studie legt nahe, dass ein höherer Säuregehalt möglicherweise das Virus neutralisieren könnte.

Pasteurisierte Milchprodukte sind sicherer

Die FDA hat die Ergebnisse der Cornell-Studie bestätigt und zudem eine eigene Untersuchung von Rohmilchkäseproben gestartet. Seit Dezember 2024 wurden 110 Rohmilchkäse-Proben aus Supermärkten in den USA getestet:
✔ 96 Proben waren negativ – vermutlich ohne kontaminierte Milch hergestellt
✔ 14 Proben stehen noch aus

Gleichzeitig hat die FDA 464 pasteurisierte Milchprodukte untersucht, darunter:

🧈 Milch
🧀 Käse
🍦 Butter & Eiscreme

Ergebnis: Keine der pasteurisierten Proben enthielt lebendes H5N1-Virus.

📢 Mehrere Studien haben bestätigt, dass Pasteurisierung das Virus zuverlässig inaktiviert.

Fazit: Warum auf Rohmilchprodukte verzichten?

Die Studie zeigt, dass das Vogelgrippe-Virus in Rohmilchkäse monatelang aktiv bleiben kann. Obwohl bislang kein Mensch durch den Verzehr infiziert wurde, bleibt ein potenzielles Risiko bestehen – insbesondere, wenn neue Virusvarianten auftauchen.

Experten raten daher dazu, keine Rohmilchprodukte zu konsumieren und stattdessen auf pasteurisierte Milchprodukte zurückzugreifen.

„Dies ist ein weiterer Grund, warum wir sicherstellen müssen, dass Vogelgrippe nicht in Milchprodukten vorkommt, und dass nur pasteurisierte Produkte verzehrt werden sollten.“ – Dr. Seema Lakdawala

Informationsquelle: who . int