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Butter vs. Pflanzenöle: Neue Studie zeigt, welches Fett wirklich gesünder ist

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Butter oder Pflanzenöle? Neue Studie zeigt klare gesundheitliche Vorteile von pflanzlichen Fetten
Die Diskussion um gesunde und ungesunde Fette hat in den letzten Jahren in sozialen Medien stark zugenommen. Besonders populär ist die Behauptung, dass Butter und tierische Fette gesünder seien als pflanzliche Öle, während sogenannte „Seed Oils“ (Samenöle) zunehmend verteufelt werden. Eine neue Langzeitstudie, die in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde, stellt diese Annahme jedoch klar infrage.

Die Ergebnisse zeigen: Menschen, die täglich mehr Butter konsumieren, haben ein um 15 % höheres Sterberisiko, während eine Ernährung mit pflanzlichen Ölen wie Oliven-, Soja– oder Rapsöl das Sterberisiko um bis zu 16 % senken kann. Sogar eine kleine Veränderung in der Ernährung – der Ersatz von nur 10 g Butter pro Tag durch pflanzliche Öle – könnte das Gesamt- und Krebssterberisiko um 17 % reduzieren.

Diese Erkenntnisse stehen im direkten Widerspruch zu beliebten Social-Media-Trends, die tierische Fette wie Butter, Ghee und Rindertalg als gesündere Alternative zu Pflanzenölen propagieren. Doch wie fundiert sind diese Trends wirklich?

Social-Media-Mythen vs. Wissenschaft: Ist Butter wirklich gesund?
Warum Butter als „Superfood“ gefeiert wird
In sozialen Medien gibt es einen klaren Trend hin zur Ablehnung von pflanzlichen Ölen zugunsten von tierischen Fetten. Influencer und Ernährungs-Gurus wie Dr. Paul Saladino, der eine tierbasierte Ernährung propagiert, bezeichnen Butter als „Gesundheitsbooster“ für Darm, Gehirn, Herz und allgemeines Wohlbefinden.

Auch Robert F. Kennedy Jr., US-Gesundheitsminister, kritisierte in einem Instagram-Video aus dem Jahr 2024 Pflanzenöle scharf: „Seed oils sind eine der ungesündesten Zutaten in unseren Lebensmitteln“ und prägte den Slogan „Making Frying Oil Tallow Again“, mit dem er Rindertalg als bessere Alternative bewirbt.

Was sagt die Wissenschaft?
Diese Behauptungen stehen im Widerspruch zu jahrzehntelanger ernährungswissenschaftlicher Forschung. Dr. Walter Willett, Epidemiologe an der Harvard T.H. Chan School of Public Health, hat über 40 Jahre lang die Auswirkungen der Ernährung auf chronische Krankheiten untersucht und stellt klar:

„Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Butter ein gesundes Fett ist. Tatsächlich erhöhen gesättigte Fettsäuren in Butter das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine höhere Sterblichkeit.“

Die Studie: Butter vs. Pflanzenöle im Langzeitvergleich
Wer wurde untersucht?
Die Studie basiert auf 33 Jahren Ernährungsdaten von über 221.000 Teilnehmern aus den großen Langzeitstudien Nurses’ Health Study (NHS), Nurses’ Health Study II (NHS II) und Health Professionals Follow-up Study.

📌 Ernährungsdaten wurden alle 4 Jahre aktualisiert
📌 Untersuchte Fette: Butter vs. pflanzliche Öle (Raps-, Soja-, Olivenöl)
📌 Statistische Anpassungen für Alter, BMI, Kalorienaufnahme, Rauchen und weitere Faktoren

Die Ergebnisse zeigen klar:
✔ Mehr Butter in der Ernährung = 15 % höheres Sterberisiko
✔ Mehr pflanzliche Öle = 16 % geringeres Sterberisiko
✔ Austausch von 10 g Butter gegen pflanzliche Öle = 17 % geringeres Risiko für Gesamt- und Krebssterblichkeit

Laut Dr. Yu Zhang, Mitautor der Studie, sind diese Zahlen statistisch signifikant:
„17 % weniger Sterberisiko ist ein enormer Unterschied, insbesondere wenn man es aus einer gesundheitspolitischen Perspektive betrachtet. Wenn wir das auf eine ganze Bevölkerung anwenden, könnten wir viele Leben retten.“

Was macht Butter gesundheitlich bedenklich?
Gesättigte Fettsäuren und fehlende essenzielle Fette
Butter besteht zu zwei Dritteln aus gesättigten Fettsäuren, die nachweislich:
✔ Das Cholesterin erhöhen
✔ Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern
✔ Kaum mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, die der Körper dringend benötigt

Dr. Willett erklärt weiter:
„Butter enthält fast keine essenziellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die für die Zellgesundheit notwendig sind. Im Vergleich dazu sind pflanzliche Öle reicher an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die für eine gesunde Ernährung entscheidend sind.“

Welche pflanzlichen Öle sind die besten Alternativen?
Gesunde Fette: Diese Öle haben die besten Effekte
Die Studie zeigt, dass bestimmte pflanzliche Öle besonders positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben:
✔ Olivenöl – reich an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren
✔ Rapsöl – eine gute Balance aus Omega-3 und Omega-6
✔ Sojaöl – enthält sowohl entzündungshemmende Omega-3 als auch Omega-6-Fettsäuren

Andere Öle wie Mais-, Sonnenblumen- und Erdnussöl enthalten zwar hohe Mengen an Omega-6-Fettsäuren, aber wenig Omega-3. Eine gesunde Balance zwischen diesen Fettsäuren ist wichtig für den Körper.

Sollte man Butter komplett meiden?
Experten empfehlen: Reduzieren, aber nicht verbannen
Obwohl Butter nicht die gesündeste Wahl ist, bedeutet das nicht, dass sie komplett vermieden werden muss.

Dr. Zhang rät: „Wir empfehlen nicht, Butter vollständig aus der Ernährung zu streichen. Aber eine Reduktion und der Ersatz durch pflanzliche Öle kann langfristige Vorteile bringen.“

Auch Dr. Willett bestätigt:
„Butter sollte nicht als primäre Fettquelle genutzt werden. Aber für den Geschmack in bestimmten Gerichten – zum Beispiel bei einem guten Hummer – ist Butter in Maßen vertretbar.“

Fazit: Pflanzenöle sind die bessere Wahl für die Gesundheit
Die Studie liefert klare Erkenntnisse: Pflanzliche Öle sind gesünder als Butter, insbesondere wenn sie reich an Omega-3-Fettsäuren sind.

✔ Hoher Butterkonsum erhöht das Sterberisiko um 15 %
✔ Pflanzenöle senken das Sterberisiko um 16 %
✔ Bereits der Ersatz von 10 g Butter pro Tag bringt gesundheitliche Vorteile
✔ Olivenöl, Rapsöl und Sojaöl sind die besten Alternativen

Während Social-Media-Trends Butter als „Superfood“ anpreisen, zeigt die Wissenschaft klar: Butter ist nicht grundsätzlich ungesund, aber als tägliche Fettquelle sind pflanzliche Öle die weitaus bessere Wahl.

Informationsquelle: who . int